Cranio Suisse - Schweizerische Gesellschaft für Craniosacral Therapie

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Yoga-Basierten Traumatherapie YBT - Einführung

Kursinhalt

Die Yoga-Basierte Traumatherapie ergänzt die Trauma-fokussierten Standardtherapien.

Methoden aus dem Sanjivani-Kriya-Yoga helfen, bestimmte Organe wie: Herz, Nieren, Lunge, Gehirn, Schilddrüse und Darm wieder vollständig versorgen zu können. Methoden aus dem Pranayama (Atemtechniken des Yoga) stabilisieren die Patienten effektiv, um Konfrontationsverfahren besser durchführen zu können. Die Körperhaltungen (Asanas) des Yoga aktivieren durch gesteigerte Interozeption alte Muster, denen das Gehirn Emotionen zuordnet, die zusätzlich in die Konfrontation einmünden. Akzeptanzbasierte Achtsamkeitsmethoden des Yoga (Pratyahara) ermöglichen eine bessere Unterscheidung zwischen Innen (Interozeption) und Aussen (mögliche Bedrohung), um am Ende wieder Sicherheit im eigenen Körper erleben zu können. Mit Hilfe dieser Voraussetzungen wird die Rishikesh-Reihe vorbereitet. Die in der Rishikesh-Reihe angelegten entwicklungsmotorischen Erfahrungsstufen führen zu entwicklungsbedingtem emotionalen Zugang und damit zur Konfrontation, die therapeutisch begleitet werden muss.

Zusammenfassend lässt sich sagen ... dass wir durch Yoga-Basierte Traumatherapie (YBT) den Körper kräftigen, so dass er zu einem sicheren Zuhause werden kann. Danach kehren wir wieder gefühlt zurück in unseren Körper. Aus dieser Erfahrung der Kraft und der Sicherheit erleben wir eine Distanz zu den Traumata, die es uns ermöglicht, unser eigenes Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Das YBT wird seit 2017 laufend erforscht und weiterentwickelt. Eine klinische Studie „YOGAPTSD“ ist an der Universität Duisburg-Essen bereits abgeschlossen. Eine weitere klinische Studie „PRANASPTSD“ beginnt zurzeit in Deutschland. Kursteilnehmer können diese Forschung dadurch unterstützen, dass sie Studientherapeut*innen werden und mit uns gemeinsam an der Erforschung für Yoga arbeiten.

Einführung (einzeln buchbar): 26. - 29. Oktober 2023
Modul 1: 08. - 11. Februar 2024
Modul 2: 25. - 28. April 2024
Modul 3: 06. - 09. Juni 2024
Modul 4: 15. - 18. August 2024

Einführung:
Neuronale und viszerale Grundlagen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit Schwerpunkt Gehirn, Herz, Nieren, Lunge, Darm, Schilddrüse. Die Polyvagaltheorie nach Steven Porges, wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu PTBS und zu Yoga. Sunjivani-Kriya-Yoga-Techniken, Pranayama, Stabilisierungsmethoden.

Modul 1:
Im Modul eins liegt der Schwerpunkt auf Pratyahara. Im Pratyahara wird die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit nach Innen gelenkt. Wenn Indriya [das kontrollierende und Ursachen zuordnende Prinzip der Wahrnehmung] aufhört, sich mit den Signalen der inneren Wahrnehmung zu beschäftigen und durch eine akzeptierende Wahrnehmung ersetzt wird, integrieren sich die Signale aus dem Körper und führen zu einem posttraumatischen Wachstum in den Netzwerken des Gehirns.

Modul 2:
Asanas aus der Rishikesh-Reihe für die frühe Kindheit Geburt bis Mitte 3. Lebensjahr.
Konkret findet im Modul 2 eine Anwendung des Asana auf die Muskulatur statt, die bis Mitte des dritten Lebensjahres zur Entwicklung kommt. Hierbei geht es um Muskeln, die das Verhalten in der Umsetzung von Bedürfnissen und der Autonomie unterstützen. Die im Körper abgespeicherten Erfahrungen werden im Pratyaharaprozess genutzt. Pranayama wird zur Stabilisierung der Prozesse prophylaktisch und begleitend eingesetzt.

Modul 3:
Asanas aus der Rishikesh-Reihe für die mittlere Kindheit 3. Lebensjahr bis Einschulung.
Konkret findet im Modul 3 eine Anwendung des Asana auf die Muskulatur statt, die vom 3. Lebensjahr bis zum 6. Lebensjahr zur Entwicklung kommt. Hierbei geht es um Muskeln, die das Verhalten in der Umsetzung von Willenskraft und dem "in Beziehung gehen" unterstützen. Die im Körper abgespeicherten Erfahrungen werden im Pratyaharaprozess genutzt. Pranayama wird zur Stabilisierung der Prozesse prophylaktisch und begleitend eingesetzt.

Modul 4:
Asanas aus der Rishikesh-Reihe für die späte Kindheit Einschulung bis 12. Lebensjahr.
Konkret findet im Modul 4 eine Anwendung des Asana auf die Muskulatur statt, die vom 7. Lebensjahr bis zum 12. Lebensjahr zur Entwicklung kommt. Hierbei geht es um Muskeln, die das Verhalten in der Umsetzung von "Territorium erobern und halten" und dem "Verhalten in der Gruppe" unterstützen. Die im Körper abgespeicherten Erfahrungen werden im Pratyaharaprozess genutzt. Pranayama wird zur Stabilisierung der Prozesse prophylaktisch und begleitend eingesetzt.

Die 4 Module der Yoga-Basierten Traumatherapie können nur als Ganzes gebucht werden und müssen in der gegebenen Reihenfolge absolviert werden. Begründete Ausnahmen sind möglich nach Rücksprache. Die Gruppe bildet einen sicheren Raum zu dem Zweck, dass die Selbsterfahrung positiv abläuft. Daher ist die Aufrechterhaltung der Geschlossenheit der Gruppe notwendig.

Lernziele:
  • die eigene Resilienz für Traumata steigern
  • die dafür notwendigen Atemtechniken beherrschen
  • die eigene und auf das Gegenüber bezogene Toleranz für Emotionen und Affekte herzustellen
  • Asanas den motorischen Entwicklungsstadien des Kindes zuordnen und auf das Gegenüber prozessorientiert anwenden zu können

Lernmethoden:
  • Erklärung der Lerninhalte durch die Lehrperson
  • Diskussion im Plenum
  • Veranschaulichung der Lerninhalte an konkreten Fallbeispielen aus der Praxis (Kasuistik)
  • Praktische Durchführung der Übungen an sich selbst
  • Gruppenarbeit
  • Arbeit im Zweiersetting, gegenseitige emotionale Begleitung
  • Supervision
  • Selbsterfahrung

Abschluss:
Es gibt keine Abschlussprüfung. Eine Zertifizierung "YBT-Foundation" erfolgt nach vollständiger Teilnahme der Einführung und aller vier Module. Die Gebühr für das Zertifikat ist in den Gesamtkosten mit einberechnet.

Aufbaukurs:
Aufbauend auf den YBT-Foundation kann man nach Abschluss des YBT-Foundation den YBT-Practitioner besuchen. Dieser besteht aus fünf Modulen zu je 24 Kontaktstunden.

Zielgruppe:
Körpertherapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Yogatherapeut*innen, Physiotherapeut*innen, Yogalehrer*innen
Körper- und Psychotherapeut*innen ohne Yoga-Erfahrung sind ebenso willkommen in der Weiterbildung wie Yogalehrer*innen ohne traumatherapeutische Fortbildung.

Teilnahmebedingungen

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine gute Gesundheit. Die angebotene Weiterbildung ersetzt keine Therapie.

Kursdatum

26. - 29.10.23

Kursdaten / Zeit

26. Oct. 2023 - 10:00 Uhr -
29. Oct. 2023 - 16:00 Uhr

Kursort

Kientalerhof AG, Kiental (Berner Oberland)

Kurskosten

Einführungskurs: CHF 600 | Frühbucher CHF 540 (einzeln buchbar)
Module 1 - 4: je CHF 600 | Frühbucher CHF 540 (nur als Ganzes buchbar, aber einzeln bezahlbar)

Unterrichtsstunden

Einführungskurs: 20 Std. | Module 1 - 4: je 20 h = 80 h

Kursleitung

Dietmar Mitzinger

Kursorganisation

Kientalerhof AG
Griesalpstrasse 44
3723 Kiental
+41 33 676 26 76